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Wissenswertes über Öle und Herstellung

Förderung des kontrolliert biologischen Anbaus:

Inzwischen wenden wir uns bewusst auch an jene Verkäufer, die – ähnlich wie wir Spitzenqualität suchen. Unser Konzept „Lebensqualität zum Besten des Lebens“ beinhaltet unter anderem auch de Verkauf von Großmengen ätherischer Öle aus unseren Quellen an all diejenigen, die ihren eigenen Kunden optimale Qualität vermitteln wollen.

Eine Monopolisierung von Hochqualitätsölen aus rein kommerziellem Interesse, wie es zum Teil versucht wird, ist uns fremd. Die zahlreichen Kontakte zum biologischen Heilpflanzen-Anbau weltweit und die wachsende Zusammenarbeit mit Freunden des ökologischen Gedankens bringen eine Umstimmung des Marktes für ätherische Öle im Sinne einer schadstofffreien, 100 % naturreinen Hochqualität in erreichbare Nähe. Für dieses Konzept braucht es Annäherung, Austausch von Erfahrungen, Zusammenarbeit, Vertrauen.

Wir weisen systematisch Produzenten von ätherischen Ölen aus konventionellem Anbau, mit denen wir in Kontakt stehen, auf die Vorteile einer ökologischen Landwirtschaft hin. Unser Ziel ist, durch gemeinsame Projekte mehr und mehr „Landgewinnung“ im ökologischen Sinne zu erreichen, damit die wachsende Zahl der Privatverbraucher auf eine breite Palette von „sauberen“, chemisch unbelasteten ätherischen Ölen zurückgreifen kann.

Im Grunde könnte der gesamte Markt wieder „bio“ und „reine Natur“ werden. Fort von der Massenproduktion bedeutet allerdings mehr persönlichen Einsatz, mehr Zeitaufwand auch. Man muss den Markt intensiv untersucht und bereist haben, um dann vergleichen zu können und etwas wirklich „Eigenes“ hervorzubringen. Natürlich ist AYUS für seine ätherischen Öle OSHADHI im Besitz von Zertifikaten für biologische Landwirtschaft.

Woran ist ein gutes ätherisches Öl also erkennbar?

Der Kenner mit langjähriger Erfahrung hat seinen Geruchssinn so weit ausgebildet, dass er die Qualität, Unterart, oft sogar die Herkunft eines Öls an seinem Duft erkennen kann. Doch auch die ungeübte Nase kann, vor allem wenn sie Vergleichsmöglichkeiten hat, schon durch einfachen Riechtest Unterschiede feststellen. Man achte auf Farbe, Tiefe, Bouquet des Duftes. Man vergleiche z.B. den Duft von Melisse oder Pfefferminze mit dem Duft der frischen, zwischen den Fingern zerriebenen Pflanze. Außerdem hat reines ätherisches Öl auch seinen Preis. Sind die Öle zu billig, können sie nicht unvermischt sein oder sind Ersatzprodukte, wie das bereits erwähnte Vernaöl (aus Lemongrass, Zitrone, Orange, im besten Fall destilliert über Verbena-Blättern). Natürlich bietet auch dies keine absolute Sicherheit. Man kann ja auch Billigware teuer anbieten, um Qualität vorzutäuschen ... Eine gute Methode ist auch, ein synthetisches Öl neben einem natürlichen zu riechen.

Ein einfaches, allerdings nur recht grobes Testverfahren besteht darin, einen Tropfen ätherisches Öl auf ein Zelltuch zu geben. Von wenigen Ausnahmen abgesehen (z.B. ätherische Öle, die Fettsäuren enthalten), sollte kein Fettfleck zurückleiben. Auch darf ein ätherisches Öl nicht nach Alkohol riechen. Qualitätskontrolle ist etwas, was sowohl den Kunden als auch den Einkäufer angeht.

Letztlich muss der Kunde das Vertrauen in „seine“ Marke entwickeln, und der beste Weg dazu ist Information einerseits an den Kunden, andererseits, beim Anbieter, möglichst genaue Kenntnis der Anbaugebiete und Anbaumethoden und – bevorzugt – persönlicher Kontakt mit dem anbauenden Produzenten. Neben diesen Faktoren und – nicht weniger wichtig – dem Geruchssinn erfahrener Einkäufer bei qualitätsbewussten Vertriebsfirmen bzw. beim Produzenten selbst gibt es weitere objektive Möglichkeiten der Qualitätskontrolle:

Dies sind vor allem wissenschaftliche Methoden wie die Kapillar-Gaschromatographie, die Massen-Spektrographie und die Resonanzmethode. Hier kann man die exakte chemische Zusammensetzung eines Öls bestimmen. Die Carbon-13-Methode, eine isotopische Untersuchungsmethode, ermöglicht auf der Basis des universellen Vorkommens von Carbon-13-Isotopen in der Natur einen annähernd hundertprozentig sicheren Nachweis von synthetischen Komponenten in einem ätherischen Öl. Allerdings ist auch diese Methode schon „ausgetrickst“ worden, wie es das Beispiel gepanschter Vanillegezeigt hat.

Leider ist das berühmte „GC“ (Gaschromatogramm) eines ätherischen Öls bei weitem nicht immer in der Lage, die Gesamtheit eventueller „Beimischungen „ zu verraten. Dis Gaschromatographie beruht auf dem Prinzip, in einem Glaskapillar sukzessive die einzelnen, in heißes Gas verwandelten Bestandteile eines ätherischen Öls zu verbrennen und durch Computerauswertung zu einem exakten Nachweis ihrer prozentualen Verteilung zu gelangen. Aber selbst synthetische Komponenten, die nachträglich dem Öl zugesetzt wurden, können – solange sie prozentual „richtig liegen“ und im Vergleich dem chemischen Profil des „Standards“ standhalten, kaum aufgedeckt werden. Die sog. S-19 Methoden der DFG u.a. birgt darüber hinaus die Möglichkeit, die Öle nach chemischen Rückständen zu untersuchen.

Alles in allem: Labor-Kontrollen sind notwendig und gut, besagen aber nicht alles. Sie müssen ergänzt werden durch möglichst regelmäßige Kontrolle vor Ort direkt beim Anbauer der Pflanzen, der im Idealfall selbst seit langem destilliert, den Richtlinien eines biologischen Anbauverbandes.

Der Einkäufer sollte zumindest wissen, wo die Pflanzen angebaut werden bzw. wild wachsen (Wildwuchs in abgelegener Bergregion oder neben der Autobahn, z. B. Zypressen...) wer die Pflanzen anbaut und erntet (Bio-Bauer mit Kontrolle durch Anbauverband, Destillateur in spritzmittelfreiem Drittwelt-Land – oder profitorientierter Großbetrieb).

Er sollte vor allem auch bereit sein, ein Mehrfaches an Kosten und Aufwand zu investieren, um gute bzw. sehr gute Qualitäten anbieten zu können. Dazu braucht es: jahrelange Erfahrung mit ätherischen Ölen, eine gute ausgerüstete Aromathek mit Tausenden von Mustern, zahlreiche, internationale Kontakte zu Anbietern, besser noch: Produzenten; außerdem Spürsinn, Sprachkenntnisse ... Der Einkauf bei einem einzigen Großimporteur wird niemals eine gesamte Linie von Hochqualität bringen können.

Fälschungen:

Ein Markt, der ausschließlich nach den Kriterien der Profit-Maximierung arbeitet, bringt automatisch hervor, was seine Kunden von ihm verlange: Billigqualitäten oder – Schlechtestenfalls – Fälschungen: oft mit Einverständnis des Kunden. Da die größeren Anbieter für ätherische Öle oft auch gleichzeitig Anbieter für synthetische Duftstoffe und Aromen sind, bleiben die Grenzen sehr fließend. Auch die Seltenheit vieler ätherischer Öle bzw. die zahlreichen Beschaffungsprobleme, Wartezeiten und – wie schon erwähnt – Misserfolge bei Ernten, z. B. durch Dürre und Klimaschwankungen, machen ätherische Öle zu einem äußerst komplizierten Produkt.

Echtes Niaouliöl ist z. B. auch nicht immer einfach auf dem Markt zu finden. Selbst größte Anbieter in Europa geben nach einigem Hinterfragen zu, dass sie nur mit Verschnitt bzw. nachgestellten Produkten (aus Eukalyptus) handeln. Ähnliches gilt für Cajeput, das selbst renommierte Firmen oft in reiner Form nicht führen.

Nicht weniger problematisch können Anis und Fenchel sein, die bei den meisten Anbietern nach Anisbonbon riechen. Der frische, etwas krautige Geruch des echten Öls, der auch weniger „auffällig“ ist, fehlt hier. Meist werden diese Öle mit künstlichem oder natürlichem Anethol gepanscht und das ist am Ende auch billiger...doch der Preis sollte einem auch zu denken geben, wenn normalerweise kostspielige Öle, tief unter ihrem Preis angeboten werden. Ein Gaschromatogramm würde in solchen Fällen, die Fälschung eines Öls erkennen und somit einem auch die Garantie geben, dass das Öl einwandfrei in Ordnung ist.

Das echte Verbena-Öl kann gut und gerne das 10fache des angegebenen Verkaufspreises kosten. Aber so ist es nun einmal, solange es nur um Umsätze geht. Handelsüblich bei dieser „Soßenzubereitung“, wie man spöttelnd bei Kennern in Frankreich sagt, sind:

Verschnitt mit fetten Ölen, Alkohol, synthetischen Ölen (Die billiger sind) bzw. wie bei den Absolues – Streckung durch Verdünner wie z.B. Mygliol, auch Alkohol. Beispiel: Vanille abs., Benzoe...

Verschnitt mit preiswerteren Ölen der gleichen Pflanze aus einem anderen Anbaugebiet: Bourbon-Geranie mit ägyptischer Geranie, marokkanische Myrte mit Myrte vom Balkan, sibirische Fichte mit chinesischer Fichte ...

Verschnitt mit (preiswerteren) ätherischen Ölen derselben Pflanze, aber eines anderen Pflanzenteils. Beispiel: Nelken- mit Nelkenblätteröl, Zimtrinden- mit Zimtblätteröl, Neroli- mit Petitgrainöl, Angelikawurzel- mit Angelikablätteröl ...

Verschnitt mit preiswerteren ätherischen Ölen aus Pflanzen derselben Familie oder desselben Namens. Beispiel: Sandelholz ostindisch mit „Sandelholz westindisch“ (Amyris, das im Übrigen gar kein echtes Sandelholz ist), Thymian- mit Feld-Thymianöl, Lavendel- mit Lavandinöl, Ceylon-Zimt mit Cassia-Zimt ...

Verschnitt mit preiswerteren Ölen anderer Pflanzen. Beispiel: Lemongrassöl mit Litsea, Patchouliöl mit Gurjum-Balsam, Rosmarinöl mit Eukalyptus, Verbenaöl mit Lemongrass und Citral (ex Litsea), Weihrauchöl mit Terpentin, Rosenholzöl mit Shiu, Melissenöl mit „indischer Melisse“ (Lemongrass), Muskateller-Salbeiöl mit Lavendel, Mandarinenöl mit Orange, sog. „weißer“ Thymian mit Terpentin ...

Verschnitt mit isoloerten natürlichen bzw. synthetischen Duftstoffen. Beispiel: Zitronenöl mit Citral und Orangenterpenen, Pfefferminzöl mit Menthol, Eukalyptusöl mit Cineol, Geranienöl mit Geraniol und Citronellol, Patcholiöl mit Nelkenterpenen, Rosmarinöl mit Kampfer, Thymianöl mit Thymol oder Carvacrol, Spearmintöl mit Carvon, Kardamonöl mit Terpenyl-Azetat, Elemiöl mit desodorisierten Orangen-Terpenen, Muskateller-Salbeiöl mit Lynalyl-Azetat oder synthetischem Linalol, Nelkenöl mit Eugenol, Bergamottöl mit synth. Linalol, Zitronen-Terpenen und Lynalyl-Azetat

 

Herstellungsverfahren:

Wasserdampfdestillation

Das Grundprinzip der Destillation ist einfach: Wasser wird verdampft und sofort wieder abgekühlt, also kondensiert. Allerdings braucht man bei der Gewinnung von ätherischen Ölen so viel Fingerspitzengefühl und auch Know-how um den richtigen Druck, um die passende Temperatur und um die Länge des ganzen Vorganges, dass man hier zu Recht von einer (handwerklichen) Kunst sprechen kann.

In einem sich nach oben verjüngenden Behälter (Alambic) wird das Pflanzenmaterial auf ein Sieb platziert, unter dem sich siedendes (Brunnen-) Wasser befindet. Durch die Hitze und den entstehenden Druck reißt der Wasserdampf die winzigen Duftmoleküle mechanisch mit sich hoch (Huckepack-Verfahren). In einer Kühlschlange wird der aufgestiegene Dampf sofort abgekühlt, er kondensiert. Dieses Kondenswasser, Hydrolat genannt, gelangt zusammen mit dem ätherischen Öl, das sich durch seine geringe Dichte meistens an der Oberfläche abscheidet, in einen zweiten Behälter (Florentiner Vase), von wo beide mit auf entsprechender Höhe platzierten „Wasserhähnchen“ entnommen werden können. Es gibt allerdings auch ätherische Öle, die schwerer als Wasser sind also zu Boden sinken. Das „Wasserhähnchen“ befindet sich dann ziemlich weit unten an der Florentiner Vase.

Das ätherische Öl wird gefiltert und in Glasgehälter abgefüllt. Nun muss es noch einige Tage belüftet werden, d. h. ohne Verschluss lagern, und anschließend in einem kühlen, gut belüfteten Keller ruhen, damit es seine charakteristischen Dufteigenschaften entfalten kann.

Temperatur und Druck müssen beim Destillationsvorgang sehr sorgfältig überwacht werden, ein erfahrener Destillateur weiß um die Charakteristika bei der Verarbeitung der verschiednen Pflanzenarten. Allgemein lässt sich sagen, dass die Temperatur 100 Grad Celsius nicht übersteigen sollte, der Druck sollte nur leicht über dem atmosphärischen Druck sein. Die Destillationszeit erstreckt sich immer auf über eine Stunde, sie kann bis zu 100 Stunden dauern wie beim Sandelholz.

Kaltpressung (Expression)

Dieses sehr schonende Verfahren wird ausschließlich zur Gewinnung von Agrumen-Ölen (Zitrusschalen-Öle)angewandt: von den Schalen der Zitrusfrüchte Orange, Bergamotte, Mandarine, Grapefruit, Zitrone, Limette (letztere wird manchmal auch destilliert). Diese „Abfälle“ aus der Saftproduktion sind sehr hitzeempfindlich und werden daher mechanisch ausgepresst. Durch Zerstörung der äußeren Schicht der Fruchtschale werden die winzigen Ölbehälter zum Platzen gebracht und der Duftstoff kann in Behältern gesammelt werden.

Dafür muss vor der Pressung das Fruchtfleisch und die weiße Haut sorgfältig entfernt werden, so dass nur noch die feine, in gut sichtbaren Kammern ätherisches Öl enthaltende Außenhaut übrig bleibt. Diese wird dann entweder frisch, manchmal auch in getrocknetem Zustand, einfach ausgepresst. Bei Spitzenqualitäten geschieht dies auch heute noch per Handpressung. Deshalb befindet sich in guten ätherischen Ölen oft ein wenig Bodensatz, bzw. eine leichte Fruchttrübe. Sie können dieses Verfahren für kleinste Mengen mit einer in jedem Haushalt vorhandenen, gut gereinigten Knoblauchpresse, leicht selbst ausprobieren. Achten Sie aber darauf nur ungespritzte, ungewachste oder –lackierte Früchte zu verwenden.

Extraktion

Einige hochwertige ätherische Öle werden durch Extraktionen mit den verschiedensten Lösungsmitteln gewonnen. Die preiswerteste und leider am häufigsten angewendete Methode ist die Lösungsmittelextraktion mit synthetischem, flüssigem Hexan. Bei diesem Verfahren fließt in einem geschlossenen Vakuumsystem, ganz langsam Hexan über das auf perforierten Platten befindliche Pflanzenmaterial, wobei sich die ätherischen Öle herauslösen. Am Ende des Vorganges werden zwar in einer Vakuumdestillation ätherisches Öl und Hexan wieder voneinander getrennt. 5 bis 30 ppm (Prozent per Millionen) des Lösungsmittels lassen sich jedoch nicht entfernen, das entspricht etwa einem Tropfen in einem mittelgroßen Swimmingpool. Die Anwendung dieser mit Hexan gelösten „Absolue-Öle“ in der Aromalampe oder im Mikrozerstäuber ist völlig problemlos. Die großen Vorteile der Qualität und Heilwirkung bei der äußeren Anwendung und in naturkosmetischen Zubereitungen sind in hohem Maße gegeben.

 CO² Extration

Seit kurzem erst werden auf dem Markt eine kleine Anzahl qualitativ hochwertigster, absolut reiner ätherischer Öle angeboten, die durch CO²-Extraktion gewonnen werden. Das zur Extraktion verwendete CO² ist die in der Natur in großen Mengen vorkommende natürliche Quellenkohlensäure, ein Gas, das im Gesamtkreislauf der Naturvorgänge ein wesentlicher, unverzichtbarer Bestandteil ist und den jeder aus sprudelnden Mineralwässern und Limonaden kennt. Ist die Flasche geschlossen, steht das im Wasser vorhandene CO² unter Druck und bleib dadurch flüssig. Öffnet man die Flasche, kann es sprudelnd aus dem Wasser entweichen. Lässt man die Flasche oder das Glas zu lange offen stehen, verfliegt die Kohlensäure nach kurzer Zeit. Diesen Vorgang hat man sich zu Nutze gemacht. Kohlensäure in einem geschlossenen System unter Druck gesetzt, verflüssigt sich wie andere Gase auch , Je nach Druck und der damit entstehenden Temperatur löst nun dieses flüssige CO² die flüchtigen Inhalts- und Wirkstoffe aus den Heilpflanzen heraus. Temperaturen von maximal 40°C verhindern, dass dabei eine Denaturierung der empfindlichen Essenzen auftritt. Übrigens, eine Temperatur, die weit unter der, zur Destillation notwendigen liegt.

Hat die Kohlensäure schließlich ihre Schuldigkeit getan, verabschiedet sie sich unauffällig, ohne die geringste Spur von Rückständen im ätherischen Öl zu hinterlassen. Es gibt bei der Herstellung nicht einmal Abluft oder Abwasserprobleme. Das Ergebnis sind „absolute Öle“ von einer unglaublich guten, reinen Qualität.

Enfleurage

Zum Schuss beschreiben wir noch die älteste, traditionellste natürlichste, aber leider auch teuerste Methode der Gewinnung ätherischer Öle, die Enfleurage. Die Herstellung erfolgt in reiner Handarbeit, ist daher sehr zeitaufwendig und kostenintensiv, was die ätherischen Öle fast unbezahlbar macht. Bei der Enfleurage werden auf, mit gereinigtem Schweineschmalz oder Rinderfett bedeckte Glasplatten z. B. Blütenblätter gestreut. Diese Glasplatten werden dann zu großen Stapeln aufeinander gelegt. Das Fett nimmt mit der Zeit die Duft- und Wirkstoffe der Pflanze auf. Wenn die Blütenblätter verwelkt sind, werden sie entfernt und es kommen wieder frische darauf.

Dieser Vorgang wird so lange fortgesetzt, bis das Fett mit Duft- und Wirkstoffen gesättigt ist und nichts mehr aufnimmt. Das dauert, je nach Pflanzenart, bis zu drei Wochen. Danach wird das Fett von allen Unreinheiten gesäubert. Das nun entstanden Produkt wird Pomade genannt. Diese wird nun durch 24 Stunden dauerndes Schütteln in Alkohol gelöst. Dadurch löst sich das ätherische Öl vom Trägerfett und kann dann vorsichtig abgeschöpft werden. Eine Variation dieses Verfahrens wird mit auf Holzrahmen bespanntem olivenölgetränktem Baumwollmusselin praktiziert.

Die so gewonnenen „Absolues“ sind sehr hoch konzentriert und mit sehr starker therapeutischer Kraft versehen. Man wendet sie deshalb sehr sparsam, in kleinen Mengen an. Ein Tropfen in der Wasserschale einer Aromalampe reichen vollkommen aus, um einen ganzen Raum mit feinem Duft zu erfüllen. Aber auch für die Anwendung in Naturkosmetika oder der Einnahme, sind diese ätherischen Öle hervorragend geeignet.

 

Ätherische Öle sind die Essenz des pflanzlichen Lebens. Jede Pflanze hat ihr eigenes Duftprofil, das heißt auch: ihre Individualität und auch ihre besondere Heilwirkung. In den Pflanzen, die ätherische Öle enthalten, ist die Kraft kumulierte Sonnenenergie, Lebensenergie, Lebensfreude in konzentrierter Form.

Der Umgang mit ätherischen Ölen bedeutet, aus dieser Quelle natürlicher Vitalkraft zu schöpfen.

 


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